Wörter, Wörter, Wörter zum Montag

Gerade wurde soviel über mich geschrieben und dann habe ich mal wieder einen Text zum §219a geschrieben, so dass ich nicht das Gefühl habe, selber noch viel sagen zu müssen.
Also nur ein kurzes Update.

Die ersten Arbeitswochen dieses Jahres waren alles andere als ein ruhiger Start. Eine meiner wichtigsten Mitarbeiterinnen hat entschieden, sich mit ihrem Hobby selbstständig zu machen und verlässt eyeo, so dass ich während unserer Strategieworkshops zur Ausrichtung des Unternehmens mal eben noch ein paarJobausschreibungen fertig gemacht habe. Außerdem haben sich die Kartellbehörden mit Google und uns beschäftigt, was sie heute öffentlich bekannt gegeben haben und wozu es absolut nichts zu sagen gibt, aber genau das muss ich gerade dutzenden Journalist:innen sagen.

Jedes Mal, wenn mein Telefon klingelt, versuche ich zu erraten ob es eine Presseanfrage ist, oder doch eine Lieferungsankündigung.
In den letzten Tagen habe ich nämlich geshoppt wie eine Verrückte. Eine Badewanne, Waschbecken, Kühl-, Küchen- und Kleiderschränke und ein Trampolin.
Zeitweise habe ich mich ein bisschen wie in dieser Reality-Show gefühlt, wo Menschen in vorgegebener Zeit soviel wie möglich kaufen müssen. Und ein bisschen ist es auch so. Seit ein paar Tagen weiß ich, wann wir endlich umziehe können und damit ist der Renovierungsendspurt eingeläutet.
Mensch könnte jetzt einwenden, dass ein Trampolin ist nicht unbedingt überlebensnotwendig ist. Aber wer einmal aufgedrehte Kleinkinder erlebt in einem dunklen Berliner Winter erlebt hat, kann vielleicht nachvollziehen wie ich auf die Idee gekommen bin, dass Mini sich da ja vielleicht müde hüpfen könnte und vielleicht mal vor 21 Uhr schlafen will…
Natürlich hab ich das Teil nicht neu gekauft. Wozu denn? Es gibt zu jedem Zeitpunkt in Berlin mindestens zehn Menschen, die ein gut erhaltenes Trampolin bei Kleinanzeigen los werden wollen. Oder ein Sofa, dass wir deswegen auch nicht von IKEA sondern von einem Zwischenbesitzer geliefert bekommen.

In meinem Kopf springen Unternehmensstrategien, Strafgesetzbücher und Küchenschränke Trampolin während ich aufpasse, dass nichts davon versehentlich auf Mini landet. Nur wenn einmal in der Woche unsere Yogalehrerin ins Büro kommt, kehrt ein bisschen Ruhe in meine Oberstube ein.
Bis ich in der Child Pose von einem vibrierenden Telefon daran erinnert werde, was als nächstes ansteht. Diese Woche wären das eine Abendveranstaltung eines internationalen Internetkonzerns, eine morgendliche Kühlschranklieferung, tägliche Strategieplanungsrunden, ein Interview zu §219a und der Aktionstag dagegen am Samstag, vorher am Samstag noch ein Brunch mit einer guten, viel zu lange nicht gesehenen Freundin und diverse Reisebuchungen um mit unserem CEO zu sprechen, Bewerbungsgespräche zu führen und mein Team zusammenzuschweißen.
Im Hinterkopf wartet die Netzpolitik, die ich außer als eyeo-Lobbyistin gerade zu kurz kommen lasse.

Ich wäre sehr froh, wenn ich nicht nur endlich umziehen könnte sondern bitte auch §218 und §219a ersatzlos gestrichen werden könnten, dann würde ich es vielleicht irgendwann auch mal wieder zum Meditieren schaffen!

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