A flattering week

Im Bild: Keine tragende Säule der Gesellschaft und eine bereit-zu-tragende Säule der Gesellschaft.

Rückblick:
Den Montag haben Baby und ich noch als eingespieltes Home Office Team verbracht. Es war einer dieser Tage wo nicht alles total stressig und hektisch ist und Du noch schnell versuchst eine Pfütze undefinierbare Körperflüssigkeit wegzuwischen während Du mit der anderen Hand das Kind davon abhältst Dir das Headset aus dem Ohr zu ziehen.
Nein, es war nicht einer dieser Tage. Es war einer von denen, an denen das Kind bestens gelaunt war, fröhlich in seinem kleinen Gehege aka Laufstall spielte und turnte und genau dann ausgiebig Mittagsschlaf machte als ich einen langen Call hatte. Gutes Baby, gerne wieder!
Am Dienstag Morgen kam dann der Babydaddy wieder und ich konnte wieder ins richtige Office. Am Mittwoch haben wir offiziell die Akquisition von Flattr verkündet und hinter den Kulissen ist es immer ziemlich hektisch bis die Pressemitteilungen auf deutsch und englisch fertig sind, alle Zitate abgesegnet, alle international PR-Agenturen getrieft und alle Mailings vorbereitet sind. Natürlich fällt irgendjemand trotzdem 20 Minuten vor “Go-Live” noch was ein, was unbedingt anders sein soll. Sonst wäre es ja langweilig.
Bis auf den operativen Teil war diese Unternehmens-Übernahme für mich nicht sonderlich aufregend. Das Team, dass das neue Flattr baut und zu dem ich großartigerweise gehören darf, arbeitet seit Monaten schon als ein Team, von daher ist es aus interner Perspektive eher eine Formsache gewesen, die beiden Unternehmen jetzt auch offiziell zu verheiraten. Aber natürlich war es sehr befriedigend, zu lesen, dass sich diverse Medien dafür interessieren und darauf warten, dass die neue Version von Flattr endlich live geht. (Ich auch!)
Auf meinem Rechner läuft schon eine Beta-Version und jedesmal wenn ich einen guten Text lese wird das Icon nach einiger Zeit grün und erklärt damit, dass ich (theoretisch, weil eben Beta und noch ohne “richtiges” Geld) eine Website geflattert und für guten Content bezahlt habe.

Am Mittwoch Abend wollte ich ja dann mal wieder etwas kulturelles Leben schnuppern. Ich hatte mir extra die Haare gewaschen und hohe Schuhe angezogen. Für die ohne Kinder: Das ist in etwa äquivalent zu einem Friseurbesuch und Abendgarderobe in Eurem Leben. Nur um dann in eine völlig überfüllte Böll-Stiftung zu kommen, in der die einzigen freien Plätze Stehplätze im Foyer waren. Meine Füße haben sich nicht gefreut und ich mich auch nicht. Es wurde ein wenig besser als Carolin Emcke aus ihrem aktuellen Buch gelesen hat.

Gestern haben wir einen Familienausflug zum Gendarmenmarkt gemacht zu Pulse of Europe. Erfreulicherweise war das “offene Mikrofon” diesmal nicht ganz so männerdominiert wie beim letzen Mal. Am Rande habe ich eine kurze Unterhaltung mit einem alten Bekannten geführt, wie wahrscheinlich die meisten Teilnehmer:innen können wir einfach nicht fassen, was Nationalisten auf Spiel setzen. Frieden und Freizügigkeit allen voran.

Und wisst ihr, was ich noch gemacht habe, irgendwann letzte Woche? Ich habe meinen Blog reaktiviert! \o/
Das heißt, dass ihr jetzt auch ohne Facebook lesen könnt, was ich hier vor mich hin schreibe. Mal sehen, ob das jemand will.

Ausblick:
Es wird eine kurze Arbeitswoche denn Ostern steht ja vor der Tür. Mein Kalender ist voll von Calls und Videokonferenz, wie das eben so ist, wenn man selbst arbeiten darf wo man will und die Kolleg:innen eben auch. Am Donnerstag habe ich dann einen richtigen Lobbyistinnentermin, ich treffe nämlich einen wissenschaftlichen Mitarbeiter einer Abgeordneten. Und weil uns nichts klischeehafteres eingefallen ist, haben wir uns einen Tisch im Einstein unter den Linen reserviert. Ich bügle schonmal mein Kostüm.
Direkt nach dem Termin setze ich mich dann in den Zug um mit Mini nach München zu fahren und dort Ostereier zu suchen.

Ich hoffe, dass ich über das lange Wochenende auch ein bisschen Zeit habe, über den anstehenden Wahlkampf nachzudenken. Ich habe ja in meiner Rede versprochen, dass es der beste Online-Wahlkampf aller Zeiten wird. Da muss ich ja jetzt liefern!
Immer wieder die gleichen Fragen, mit welchen Inhalten und auf welchem Kanal erreicht man die richtigen Menschen? Diesmal aber nicht, um ihnen mehr Haarfarbe oder Autos zu verkaufen, sondern mit etwas, das wirklich wichtig ist. Es geht um nicht weniger als unsere Zukunft.
So, jetzt nochmal einen Ohrwurm für Euch alle: Zukunft wird aus Mut gemacht!

Habt eine wunderschöne Woche!

2 Gedanken zu „A flattering week

  1. Laura Sophie

    Danke für diesen Text – als stiller Leser verfolge ich deine Veröffentlichungen schon länger – und das gerne! Weil du so direkt gefragt hast: ja du erreichst die Menschen, ob ich zu den ‚richtigen‘ gehöre, weiss ich nicht, aber hier und auf Facebook erreichst du mich. Nicht nur über Auge und Kopf, nein auch gefühlsmäßig: ich lese gerne von dir. Und ja: ich halte eine eigene Wahlkampfseite für angemessen, kann aber auch das Gegenargument anerkennen, dass es ja eigentlich nicht trennbar ist.
    Noch was: oben im Text steht: ‚…das Team, dass das …‘ –> muss heissen: ‚… das Team, das das…‘ oder …, welches das…‘
    So, ich bin gespannt, ob das auch bei dir ankommt 🙂
    Herzliche Grüße

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