Goodbye Summer, Hallo Montag

Der Sommer neigt sich dem Ende und so auch meine Sommerferien.
Ich würde jetzt gerne schreiben, wie toll diese Zeit war und wie erholt ich jetzt bin. Aber das hier ist ja nicht Instagram und selbst da trendet ja hin und wieder irgendwas mit “mehr Realität”. Die Realität ist, dass ich an Tag 4 meiner Sommerferien so ultraschlechte Laune hatte, dass ich mich selbst kaum ertragen konnte. Weil ich nicht wußte, was ich mit mir anstellen soll und frustriert war, dass ich jetzt endlich Zeit hatte, aber weder die irgendwie weder für Erholung noch für Produktivität genutzt habe.
So ging das ein paar Tage. Es war definitiv nicht alles schlecht, aber es war eben auch nicht alles gut.
Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich einfach erschöpft war. Erschöpft von drei Jahren Mini und Job, garniert mit Wahlkampf, Trennung, Umzug, Beinbruch und noch so ein paar anderen Kraftakten.
Zum Glück ist mein Leben voller wunderbarer Menschen, die mir dann eine radikale Erholungsstrategie verordnet haben. Die musste aber erstmal definiert werden. Denn wenn mensch mich fragt, was mir Spaß macht, fällt mir meistens als erstes “Arbeit” ein.
Aber nach und nach sind mir auch ein paar andere Sachen eingefallen. Eis essen natürlich, aber auch Hefezöpfe backen, Lesen, lesen, lesen und manchmal einfach nur in die Wolken gucken und dösen. (In dieser Disziplin bin ich sehr unerfahrene Anfängerin, aber ich übe!)

Und dann ist noch der allerwunderbarste Mini-Mensch, der immer wieder dafür sorgt, dass ich mich vor Lachen kringele und des Lebens freue. Wenn er sich zum Frühstück Apukiki wünscht und mich minutenlang rätseln und in der Küche suchen lässt, ob das jetzt Aprikose oder Avocado oder Paprika oder Kakao ist und mich dann einfach auslacht, weil es Apukiki gar nicht gibt, es aber sehr lustig klingt.


Wahrscheinlich war der beste Sommertag deswegen auch einfach der, an dem wir keinen großen Ausflug zu irgendeinem spektakulären See gemacht haben sondern einfach mitten in Kreuzberg ins Freibad gegangen sind und zum Frühstück Picknick mit Melone gemacht haben, Mittags Pommes und zwischendrin jede Menge Eis gegessen haben. Wenn wir mal aus dem Wasser kamen. Denn Mini ist ja Sternzeichen Wasserratte oder so.
Dafür, dass ich mich extra gut an diesen Tag erinnere, hat dann noch ein anderes Tier gesorgt: Eine Wespe, die irgendwie genau da auf meinem Handtuch war, wo ich gerade meine Schulter ablegen wollte. Erst habe ich mich schrecklich geärgert, denn gerade wenn der letzte Wespenstich so knapp 20 Jahre her ist tut es echt ganz schön weh. Aber dann ist mir klar geworden: Soviel Große-Sommerferien-Gefühl wie “Im Freibad von einer Wespe gestochen” krieg ich womöglich nie wieder.

Ich habe in diesen Ferien auch ein Paper zu KI und Anträge zu diskriminierungsfreier KI, noch besseren digitalen Tools innerhalb der Grünen und einen zur Normalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen geschrieben, und ich bin nach Dresden zur #unteilbar Demo gefahren. Aber eigentlich wollte ich gern mehr machen. Wahlkampf in Brandenburg zum Beispiel.


Ich habe es endlich geschafft, einige der großartige Menschen zu treffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Zu Kaffee, Eis und Bier. Aber ich wollte eigentlich noch mehr von Euch treffen und sprechen.
Ich war Draußen im Grünen, um Berlin rum und um München rum und es hat mir wunderbar gut getan. Aber ich wollte eigentlich noch öfter und noch länger einfach raus aus der Stadt.
Ich habe Zeit mit meinem großen und meinem kleinen Herzenmenschen verbracht, wir haben zusammen gekocht, viel gespielt, Ausflüge gemacht und einfach zusammen abgehangen. Aber eigentlich hätte ich gerne noch mehr Zeit mit denen, die mir am allerwichtigsten sind, verbracht.

Das Gute ist: Mit dem Sommer enden weder die Politik noch die Freundschaften und auch das Umland verschwindet nicht. Vielleicht ist es sogar gut, dass ich nicht alles “geschafft” habe. So bleibt es jetzt nämlich auf meiner persönlichen Wunsch-To-Do-Liste und findet vielleicht irgendwo im Alltag ein bisschen mehr Platz.

Am Montag, heute, gehts wieder los. Mini und Job und Politik und Liebe und Leben werden wieder strukturiert geplant und so gut es geht ausbalanciert.
Im September werde ich genau acht Tage im Büro verbringen. Nicht, weil ich erstmal wieder in Teilzeit einsteige, soviel Persönlichkeitsveränderung ist in sechs Wochen dann doch nicht passiert. Vielmehr bin ich nächste Woche drei Tage für einen Talk bei einer Konferenz in Moskau, die Woche drauf für vier Tage bei “Digital Life Design” in Tel Aviv und dann spreche ich noch bei der Project A Knowledge Konferenz hier in Berlin.
Dazwischen findet die Frauenvollversammlung der Berliner Grünen statt wo obige Anträge behandelt werden und dann steht noch ein Familienfest an.
Volles Kontrastprogramm zu meinen eher unverplanten Sommerferien. Ich mag Kontraste.

Ein Gedanke zu „Goodbye Summer, Hallo Montag“

  1. Wow das klingt doch alles toll! „Man muss sich selbst immer gut pflegen“ pflegt mein Papa zu predigen. Und das machst Du! Wenn ich nochmal vorsichtig das Wort Pyelone******* in Erinnerung rufen darf – dagegen ist ein Wespenstich in die Schulter wie Urlaub also plan auch schonmal parallel immer die nächsten Auszeiten mit! Und viel Spaß auf den internationalen Events ich bin ein bisschen neidisch

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